Schließen
über heras
Menu
Schließen

Heras: Ein kleiner Fisch im großen Teich

Heras hat eine reiche Geschichte. Darauf blicken wir in einer Reihe von Artikeln zurück. Im ersten Teil haben wir Sie mit in die Kattenstraat in Eindhoven genommen, wo Frans Ruigrok das ehemalige Unternehmen Hekwerk Industrie Eindhoven gründete. Im zweiten Teil konzentrieren wir uns auf Ruigroks Herausforderungen als Unternehmer in den ersten Jahren nach der Firmengründung.

Heras: Ein kleiner Fisch im großen Teich

Mit einem unverbrüchlichen Vertrauen in die Zukunft gründete Frans Ruigrok am 1. April 1952 Hekwerk Industrie Eindhoven, die spätere Firma Heras. Er hatte revolutionäre Ideen zur Standardisierung von Zäunen, was aber nicht bedeutete, dass die Kunden in dieser Anfangsphase Schlange standen. Erst 1955 beginnt sich die Tragfähigkeit des Unternehmens zu bewähren. Inzwischen stehen zwölf Beschäftigte auf seiner Lohnliste.

Ruigrok glaubt an die Standardisierung von Zaunsystemen – das führt nämlich zu Zeit- und Materialersparnis. Er will selbst Zäune herstellen und einen Lagervorrat mit den gefragtesten Modellen aufbauen. Dafür braucht er aber mehr Platz als in der Kattenstraat vorhanden ist. Aus diesem Grunde bezieht Hekwerk Industrie Eindhoven 1955 eine Halle mit einer Grundfläche von 400 m² und einem großen Lagergelände. Die Wirtschaft ist im Aufwind, die Bestellungen für die Zaunbranche werden immer zahlreicher. Das stellt Ruigrok vor eine neue Herausforderung: die Suche nach neuen Mitarbeitern. Es findet sich kein Fachmann, der bereit wäre, zu einem kleinen Unternehmen zu wechseln. Die Männer, die auf die Anzeige ‚Leute für Trage- und Aushubarbeiten gesucht‘ reagieren, sind nicht die Spitzenkräfte, die Ruigrok sucht.

Zur Pension wohnen

Wenn Ruigroks Mitarbeiter weit außerhalb von Eindhoven arbeiten, übernachten sie in Pensionen. Für Ruigrok ist es nicht so schwierig, an solche Pensionen zu kommen. Er besucht einfach den Metzger vor Ort, denn dieser kann den Fleischbestellungen klar und deutlich entnehmen, wer von seinen Kunden Pensionsgäste hat. Für einen reibungslosen Geschäftsbetrieb ist jedoch das Pensionssystem nicht so geeignet, denn je weiter die Arbeit entfernt ist, desto später können die Männer montags erst mit der Arbeit beginnen. Aus diesem Grunde fährt Ruigrok über Land. In Cafés und Gaststätten organisiert er Zusammenkünfte, bei denen er über seinen Betrieb erzählt und Männer anwirbt. Und die Auswahl ist groß. Das ist ein riesengroßer Fortschritt, dass der Unternehmer jetzt überall regionale Teams hat, die nicht weit von ihren Arbeitsplätzen entfernt wohnen. Ruigrok ist ein guter Arbeitgeber, und das soziale Klima in dem kleinen Betrieb ist gut. Und wenn es darum geht, zusätzliche Arbeiten zu erledigen, ist er immer bereit, mehr Lohn zu zahlen.

Ein toller Erfolg

Philips, der erste Kunde, macht immer noch 70 % des Umsatzes aus, doch der Kundenstamm wächst stetig. Ein Husarenstück gelingt Ruigrok, als er die militärische Ingenieurtruppe (auch Pioniertruppe genannt) als Kunden gewinnen kann. Die Verhandlungen, die er in Apeldoorn führt, basieren auf einer großen Portion Mut und einem Quäntchen Erpressung. Die Ingenieurtruppe will Munitionslager bauen, und dazu sind Zäune erforderlich. Ruigrok ist ein kleiner Fisch in einem großen Teich. Aber inzwischen hat er eine bessere Konstruktion bedacht, und zwar einen Betonklotz als maximale Verankerung mit einem Minimum an Gewicht. Der Preis: 25 Gulden pro Meter im Vergleich zu 33 Gulden beim Mitbewerber. Es besteht jedoch die Gefahr, dass die Ausschreibung an den Konkurrenten vergeben wird. Ruigrok beantragt ein Gespräch mit dem verantwortlichen Zugführer. „Ich biete Ihnen einen viel besseren Zaun, er ist nachhaltig und preiswerter“, sagt er. „Ich denke, dass Sie die Steuergelder verkehrt einsetzen. Wenn Sie unseren Zaun nicht nehmen, denke ich, dass ich in dieser Hinsicht etwas werde unternehmen müssen.“ Sie sind ganz schön mutig, lautet die Antwort. Am nächsten Tag jedoch kommt der ersehnte Anruf – und das junge Unternehmen fährt einen tollen Erfolg ein.